Planet Brompton

Mit dem Brompton als digitaler Nomade unterwegs

Brompton bringt die Menschen zum Lachen

Hier in Kambodscha kann man mit einem Brompton die Menschen zum Lachen und Staunen bringen.

Ich bin mit meinen 1,93 recht gross, für kambodschanische Verhältnisse aber riesig. Es muss für die Menschen hier wohl ein sehr, sehr lustiger Anblick sein, wenn ein so grosser Mensch auf einem winzigen „Kinderfahrrad“ zügig die Strasse entlang radelt. Sie brechen spontan in Lachen aus, wenn wir an Ihnen vorbei fahren und schicken uns Rufe hinterher, die wir zwar nicht verstehen, aber die sehr fröhlich klingen.

Unser selbst gebauter Anhänger, den ich dann noch hinter meinem „Kinderfahrrad“ her ziehe, weckt besonderes Interesse. Immer gehen ihre Blicke dort hin und sie zeigen mit dem Finger darauf. Was mich eigentlich überrascht, denn in punkto „abenteuerliche, selbst zusammengeschweisste Objekte zum Transport von Waren und Personen“, kann ihnen hier niemand das Wasser reichen. Vermutlich sieht unsere würfelförmige, silbern glänzende Kiste einfach sehr geheimnisvoll aus.

Wenn wir irgendwo Halt machen, um einen Kaffee zu trinken oder eine Ananas mit Chilli und Salz zu essen, werden die Bromptons genau untersucht. Sie deuten hier und da auf die verschiedenen Teile und erklären sich gegenseitig, was es damit auf sich hat.

Dann mache ich immer gerne eine kleine Vorführung. Wie ein Zauberkünstler falte ich zuerst das Hinterrad unter den Rahmen. Das gibt schon mal ein grosses Hallo. Wenn sich alle wieder beruhigt haben, wird der Rahmen zusammengefaltet. Wahnsinn! Dann den Sattel rein und den Lenker umgeklappt. Das Publikum tobt! Sie lachen, rufen, nehmen das klein gefaltete Brompton in die Hand und laufen damit herum. Dann falte ich alles wieder auseinander, voila: ein Fahrrad.

Natürlich kommt dann auch die Frage „how much?“. Wir antworten immer mit $500. Das ist zwar deutlich weniger, als ein Brompton tatsächlich kostet, aber hier in Kambodscha sind $500 sehr, sehr viel Geld für ein Fahrrad.

Wir sind jetzt erst seit knapp 2 Wochen in Kambodscha unterwegs und haben das Land und die Menschen mit ihrer Offenheit und Fröhlichkeit bereits ins Herz geschlossen. Die Drohne aus unserem Anhänger ist auch schon ein paar Mal zum Einsatz gekommen und auf unserer Webseite, auf der wir Spenden für Kambodscha sammeln, kann man schon die ersten Bilder sehen: Donation-Drone.

 

24. November 2017 Reisebericht

Reise nach Kambodscha

Weil der Winter hier in Berlin wirklich deprimierend ist, wollen wir uns ab November für mehrere Monate nach Kambodscha verdrücken.

Da ich mein Geld als Softwareentwickler verdiene und dazu lediglich meinen Laptop und einen Internetzugang benötige, kann ich fast von überall aus arbeiten.

Andreas Job als Fahrrad-Guide wird im Winter sowieso im wahrste Sinne des Wortes auf Eis gelegt, so dass es auf für sie keinen Grund gibt, in Berlin zu bleiben. Im Gegenteil: für eine Fotografin ist eine Reise durch Kambodscha natürlich viel reizvoller als ein Winter in Berlin.

Und da unser Hund Anfang des Jahres gestorben ist, können wir jetzt ja auch wieder mit dem Flugzeug reisen.

Das ist der Plan:

  • mit dem Flugzeug fliegen wir nach Bangkok, Thailand
  • dort bleiben wir einen Tag und fahren dann mit dem Zug zum Grenzübergang nach Poipet, Kambodscha
  • auf unseren Bromptons fahren wir über die Grenze und dann mehrere Monate quer  durch Kambodscha
  • jeder hat nur Handgepäck und sein Brompton dabei
  • zusätzlich nehmen wir unseren selbstgebauten Anhänger mit, denn: da ist unsere Drohne drin

Bromptons verpacken

Um die Bromptons für den Flug gut zu verpacken, haben wir uns bei unserem Lieblings-Brompton-Händler Daniel von Kultrad zwei der Kartons besorgt, in denen die Räder vom Hersteller geliefert werden:

 

Eine andere Möglichkeit wäre natürlich gewesen, die Bromptons in foldon boxen zu verpacken, aber erstes haben wir nur Eine davon und zweitens müssten wir die Boxen dann die ganze Zeit mit uns mit schleppen. Der Vorteil von den Kartons ist, dass wir sie bei der Ankunft einfach entsorgen können.

Und wie verpacken wir die Räder dann auf dem Rückweg?

Ganz einfach: in Bangkok gibt es auch einen Brompton Händler, mit dem haben wir schon Kontakt aufgenommen und von ihm bekommen wir zwei Kartons für den Rückflug. 🙂

WASH, Spende für Kambodscha

Der Anhänger ist natürlich Zusatzgepäck und da er etwas ungünstige Abmessungen hat, kostet uns der Transport leider pro Strecke 210,- € zusätzlich. Aber ohne den Anhänger mit der Drohne geht es nicht, denn damit wollen wir jede Menge Lufbildaufnahmen von der Landschaft und den Tempeln Kambodschas machen.

Und diese Luftbildaufnahme brauchen wir unbedingt. Denn bei unseren Reisevorbereitungen sind auf ein tolles Projekt gestossen: WASH. Da wird Geld für sauberes Trinkwasser und sanitäre Einrichtungen für 9 Schulen mit je über 120 Schülern und ihren Lehrern gesammelt. Schnell haben wir beschlossen da mitzumachen, haben eine Webseite mit dem Spendenformular erstellt und wer etwas spendet, bekommt als kleines Dankeschön eine tolle Luftbildaufnahme von Kambodscha.

Falls Du auch etwas spenden möchtest, das ist unsere Webseite dazu: www.jokeair.com/donation

Ziemlich viel Technik

Hier habe ich mal alles ausgebreitet, was wir mitnehmen werden:

Unser Gepäck: fast nur Technik-Kram 🙂

Was auffällt: unser ganzen Gepäck besteht offensichtlich vor allem aus Computern, Kameras uns sonstigem Technik-Kram. 🙂

Interessant für die digitalen Nomaden unter euch, dürfte wohl dieser orange Puck hier sein:

Ein portabler Wifi-Hotspot: der Skyroam Solis

Es handelt sich um einen Skyroam Solis, der einem in über 100 Ländern einen schnellen WiFi Hotspot für bis zu 5 Geräte bereit stellt. Ich werde noch darüber berichten, ob er wirklich hält, was er verspricht.

Falls Du Dir auch Einen zulegen möchtest, kannst Du diesen Link hier benutzen, den Skyroam mir nach dem Kauf zugesandt hat. Damit bekommt Du ihn $20 billiger und ich bekomme 2 Tage WiFi geschenkt: Skyroam Solis Link.

 

12. November 2017 Ausrüstung, Reisebericht

Das zweite Brompton ist bei uns!

So, seit heute haben wir ein zweites Brompton in unserem Haushalt 🙂
Andrea hat jetzt auch eins!

Und wie es der Tradition entspricht: meins ist Gelb und natürlich ist ihres dann Blau. Das sind nämlich die gleichen Farben wie bei unseren grossen Rädern, die wir auf unserer 2-jährigen Fahrradreise vor ein paar Jahren hatten. Bei Brompton darf man sich sogar zwei Farben auswählen, für verschiedene Teile des Rahmens, deshalb habe ich zwei verschiedene Gelbtöne und Andrea zwei verschiedene Blautöne.

Das Andrea sich nun endlich auch ein Brompton zugelegt hat, ist nicht etwa purer Luxus, sondern eine schlichte Notwendigkeit 😉

Wir wollen dem Winter in Deutschland entfliehen und eine längere Reise durch Kambodscha machen. Und zwar auf unseren Bromptons. Wenn ihr mehr darüber wissen wollt: hier gibt es demnächst einen Post dazu.

 

9. August 2017 Brompton

Ein selbstgebauter Drohnen-Anhänger für das Brompton

Wie ihr vielleicht wisst, machen Andrea und ich Luftaufnahmen und Videos mit Drohnen: www.jokeair.com.

Damit wir die Drohne auf unseren Reisen mitnehmen und uns vor Ort dennoch nur mit dem Brompton fortbewegen können (ohne ein Auto oder Bus zu benötigen), musste ein Anhänger für das Brompton her.

Der Anhänger sollte :

  • im Flugzeug mitgenommen werden können (als Gepäckstück aufgegeben)
  • zu diesem Zweck abnehmbare Reifen und Deichsel haben
  • gross genug sein, um beim Flug die Drohne + Reifen + Deichsel aufnehmen zu können
  • gross genug sein, um alternativ auch mal das Brompton selber darin zu verstauen
  • stabil, staub- und wasserdicht sein, damit die Drohne immer gut geschützt ist

 

Eine Suche im Internet ergab schnell: sowas gibt es leider nicht 🙁

Ich bin dabei aber auf eine sympathische Firma aus München gestossen, die sehr schöne, hochwertige Fahrradanhänger herstellt: Hinterher.com. Und die haben einen Anhänger kreiert, der fast perfekt gewesen wäre: eine der bekannten, expeditions-tauglichen Zarges Alu Kisten auf Rädern! Leider nur fast perfekt, denn die Abmessungen der angebotenen Kisten passen nicht zu unserer Drohne.

Als ich dann aber entdeckte, dass man bei Hinterher sämtliche Teile wie Deichsel, Achsen und Adapter auch einzeln kaufen kann, war klar: ich baue mir meinen massgeschneiderten Anhänger einfach selber. 🙂

Die Teile

Zuerst habe ich mir die für mich ideal passende Zarges-Box bei Amazon bestellt.

Dann ein paar mal mit Herrn Peter Hornung-Sohner von Hinterher telefoniert, der mir erklärt hat, wie sie diese Anhänger zusammen bauen und mir jede Menge Tips mit auf den Weg gegeben hat. 

Schliesslich hab ich die folgenden Einzelteile bei Hinterher bestellt:

  • 1 x Standarddeichsel mit Weber-Anschluss
  • 1 x Deichseladapter mit integriertem Ständer 16″
  • 1 x V – Verstärkungsbügel
  • 2 x Laufrad komplett 16″ schwarz
  • 2 x Achsadapter Kunststoff
  • 2 x Steckachse (Quick-release-Achse) mit Alukappe schwarz
  • 4 x Gurtbandöse, Edelstahl geschmiedet
  • Schraubensatz

 

Im Baumarkt hab ich mir dann noch 4 Möbelrollen (bremsbar) besorgt. Diese wollte ich an den vier Ecken unter der Box anschrauben, damit die Kiste beim Handling im Flughafen vernünftig steht bzw. rollt (die normalen Laufräder sind dann ja abgenommen und liegen in der Kiste).

Zu allen Schrauben gehört übrigens auch immer eine Dichtscheibe (eine Art Unterlegscheibe mit einem Gummieinsatz), damit später kein Wasser an den Bohrlöchern in die Kiste eindringen kann.

Die Grundplatte

Das grösste Problem war die Grundplatte. Man kann die Deichsel- und Achsadapter nämlich nicht einfach in den Boden der Zarges Box schrauben. Dafür ist das Aluminium viel zu dünn, die Räder und die Deichsel hätten zu wenig Führung, alles würde sich hin- und herbiegen und schnell kaputt gehen.

Statt dessen benötigt man eine stabile Siebdruck-Platte die fest unter dem Boden der Zarges-Box verschraubt und mit einem Silikon-Kleber verklebt wird. Auf dieser werden dann alle Adapter und Rollen angebracht. Damit alles nicht zu schwer wird, sollten diverse Aussparungen aus der Platte gesägt werden. Hinterher bietet fix und fertig vorbereitete Siebdruck-Platten an. Aber eben leider nicht passend zu meiner Kiste.

Die Platte soll möglichst genau unter die Zarges Box  passen und alle Aussparungen und Bohrungen sollten so genau wie möglich platziert sein, damit die Räder schön parallel laufen. Von Hand und mit der Stichsäge wäre das eine ziemliche Quälerei. Richtig gut geht das aber mit einer computergesteuerten Fräse. 🙂

Da ich schon seit längerem Lust hatte,  den Umgang mit so einer CNC Fräse zu erlernen, hab ich kurzerhand einen entsprechenden Kurs im Fab Lab Berlin belegt. Dort hat mich der Fräsen-Profi Christoph Iwasjuta betreut und einen richtigen Intensivkurs mit mir gemacht.

Auf der Webseite von Hinterher konnte ich mir das Bohrschema für deren Anhänger herunterladen. Das hab ich als Grundlage  genommen, mit der freien Software Inkscape meinen eigenen Entwurf gemacht und dabei alles auf die Abmessungen meiner Zarges-Box angepasst. Aus der Inkscape Datei werden dann mit der Software EstlCam die Fräsbahnen festgelegt und der sogenannte GCode erzeugt, der schliesslich die CNC Fräse steuert.

Im Baumarkt hab ich mir eine grosse, 12 mm dicke Siebdruck-Platte besorgt und bin damit ins Fab Lab marschiert.

Der Fräse dann bei der Arbeit zuzusehen ist absolut faszinierend. Mit hoher Geschwindigkeit und dennoch ganz genau, wurden alle Aussparungen herausgeschnitten und die Löcher gebohrt. Zum Schluss wurde meine fertige Grundplatte auf 1/10 mm genau aus der grösseren Baumarkt-Platte herausgeschnitten. Cool! 

Zuhause habe ich alle Schnittkanten der Platte noch zweimal mit Klarlack überstrichen, damit kein Wasser eindringen kann.

Zusammenbau

Die beiden Achsadapter für die Räder, der Adapter der die Deichsel aufnimmt sowie die vier Möbelrollen an den Ecken werden alle mit Schrauben befestigt, die vom Inneren der Kiste durch den Kistenboden und dann durch die Grundplatte gesteckt werden. Ausserdem wollte ich drei weitere Schrauben im Mittelbereich hinzufügen, um die Grundplatte auch dort sicher zu fixieren.

Das bedeutet: ich muss 35 Löcher in den Boden meiner teueren Zarges-Box bohren! O weh.

Da ich das etwas gruselig fand, hab ich zu dem Thema erstmal ein wenig gegoogelt und dann das Bohren von dünnem Aluminiumblech an einer kleinen Platte aus dem Baumarkt geübt.

So hab ich es gemacht und so war es dann doch ganz einfach:

  • die Bohrstelle und die Bohrer immer ein wenig schmieren (ich hab dazu Balistol genommen, das ich sowieso schon hatte)
  • zuerst das Bohrloch möglichst genau ankörnern
  • mit einem kleinen Metallbohrer vorbohren
  • mit dem Stufenbohrer auf den richtigen Durchmesser bohren
  • mit einem Senker von beiden Seiten entgraten

 

Die Bohrlöcher hab ich zunächst markiert, indem ich die Grundplatte aufgelegt, fixiert und einen dünnen Filzschreiber durch deren Bohrungen gesteckt habe. Nachdem alle Löcher gebohrt waren, hab ich überprüft ob alle Bohrungen auch an der richtigen Stelle sitzen, indem ich wieder die Grundplatte aufgelegt habe und durch alle Löcher Schrauben gesteckt habe. Ging problemlos. 🙂

 

Dann ging alles ganz fix: 

  • Grundplatte mit Hilfe eines Zahnspachtels mit einem Silikon-Kleber einstreichen
  • Platte auflegen und alle Teile von innen durch den Boden der Zarges-Box und durch die Grundplatte verschrauben
  • Bei allen Schrauben immer eine Dichtscheibe verwenden, damit kein Wasser eindringen kann
  • Kleber einen Tag trocken lassen

 

Die Räder und die Deichsel können anschliessend einfach in ihre entsprechenden Adapter gesteckt werden und rasten dort ein.

Anhänger fertig! 🙂

Ein paar Tage später hab ich dann noch die 4 Gurtbandösen auf dem Deckel der Box angebracht. Das ist auf Reisen bestimmt praktisch, da man da dann z.B. den Rucksack auflegen und festzurren kann und ihn beim Radfahren nicht immer auf dem Rücken tragen muß.

 

Anhängerkupplung

Die Deichsel von Hinterher wird mit einen Anschluss von der Firma Weber geliefert. Um den Anhänger nun auch mit dem Brompton zu verbinden, benötigt man das entsprechende Gegenstück, die Weber Kupplung.

Die Kupplung wird an der Hinterachse vom Brompton angeschraubt. Dabei wird auch ein von Weber sogenannter „Polygoneinsatz“ auf die Achse gesteckt, der verhindern soll, dass sich die Kupplung drehen kann. Leider passte der Einsatz nicht so richtig, irgendwie bekam ich die Achsmutter nicht mehr richtig fest, weil der Polygoneinsatz zu dick war.

Erst als ich die „Nase“ am Polygoneinsatz mit der kleinen Trennscheibe auf die Hälfte ihrer Dicke reduziert hatte, rutsche alles gut zusammen und ich konnte die Achsmutter ausreichend weit anziehen.

Testfahrt

Und dann ging es auf eine kleine Testfahrt quer durch Berlin zum Tempelhofer Feld inkl. Drohne und Luftaufnahmen. 

Der Anhänger läuft wie eine Eins!!!

Einziges Problemchen: ich habe keinen Ständer an meinem Brompton. Braucht man normalerweise auch nicht, weil man ja einfach das Hinterrad nach unten klappen kann und das Brompton dann auf seinem Gepäckträger steht. Aber das geht natürlich nicht, wenn am Hinterrad der Anhänger dran hängt. Ich muss das Rad also immer irgendwo anlehnen, wenn der Anhänger dran ist.

Kosten

Insgesamt ist dieser Anhänger leider doch sehr, sehr teuer geworden. Ich kann mich höchstens damit trösten, dass sämtliche verbauten Teile von absoluter top-Qualität sind und der Anhänger daher sicher lange halten wird. Oder sich geg. auch gut verkaufen lässt.

Hier die Aufstellung der Kosten (alles inkl. MwSt):

  • 348,20 Amazon, Zarges-Box
  • 455,70 Hinterher, Deichsel, Räder, Adapter usw.
  • 28,80 Amazon, Weber Kupplung
  • 49,14 Baumarkt, Siebdruckplatte, Kleber, Schrauben, Lack, Möbelrollen, Werkzeug usw.
  • 12,00 Fab Lab Berlin, Fräse für 15 Minuten mieten

 

Gesamtkosten: 893,84 €

 

5. Dezember 2016 Ausrüstung, Brompton

Eine geniale Transportkiste für das Brompton: die foldon box

Es gibt ja diverse Tranportkisten- oder koffer, mit denen man das Brompton im Flugzeug mitnehmen kann.

Bei fast allen gibt es aber ein Problem: wohin mit der Kiste wenn ich das Brompton benutzen will?
Na, lass sie doch einfach im Hotel!
Schon klar, der Normal-Reisende fährt mit dem Taxi vom Flughafen ins Hotel, packt seine Sachen und sein Fahrrad aus und dreht dann mal eine Runde durch die Stadt.

Ich möchte das aber anders machen. Ich möchte am Zielort sofort vom Flughafen losradeln können, mir vielleicht erst dann eine Unterkunft suchen und später vielleicht sogar auf dem Fahrrad weiterreisen, in die nächste Stadt. Ich brauche also eine Transportverpackung, die stabil sein muss, um das Rad im Flieger gut zu schützen, aber nach der Ankunft dann auf dem Rad transportiert werden kann.

Bei meiner Australienreise habe ich dafür noch mit einer Stofftasche und Luftpolsterfolie experimentiert.

Jetzt gibt es aber etwas Besseres, kommt von der Firma B&W International und heisst foldon box.

Aufbau der Box

Die foldon Box besteht im Wesentlichen aus diesen Teilen:

  • einem Boden (mit Rollen drunter)
  • einem Deckel
  • den Seitenwänden (die sich zusammenfalten lassen)
  • 2 fest montierten Spanngurten, die die Box zusammenhalten
  • ein paar Aluprofilen, mit denen man den Seitenwänden die richtig Form gibt

 

Die Einzelteile der Foldon Box

Die Einzelteile der Foldon Box

 

So sieht die Box im zusammengelegten Zustand aus:

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Ihre Abmessungen sind dann 67 x 35 x 21 cm (B x T x H).
Das Gewicht beträgt 5,25 kg.

Der Clou der Box sind aber die  4 Seitenwände (die alle aneinander hängen), die aus einem sehr stabilen Kunststoff mit einer Wabenstruktur bestehen, die an verschiedenen Stellen faltbar sind. Dadurch lassen sie sich sowohl klein zusammenlegen, als auch so falten, dass sie aufrecht hingestellt genau in das Bodenteil der Kiste passen.

Im Innern sind die Seitenwände mit Schaumstoff sowie mit Aufklebern beklebt, auf denen A oder B steht. Will man die Seitenwände klein zusammenlegen, muss man A auf A und B auf B falten, und kann die Wände dann Z-förmig zusammenlegen.

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Möchte man die Kiste aber aufbauen, muss man sie mit den Aluprofilen an den korrekten Stellen stabilisieren, damit sie die richtige Form bekommt. In dem Foto habe ich diese Stellen mal rot markiert.

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Die 4 Aluprofile werden einfach auf beiden Seiten und oben und unten aufgesteckt.
Achtung: die Profile haben auf einer Seite eine L-förmige Kante, um das Aufstecken zu erleichtern. Dieses „L“ gehört auf jeden Fall nach innen! Wenn es nach aussen zeigt, gibt es nachher Platzproblem im Boden und im Deckel der Box.

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Dann setzt man die Seitenwände in den Boden, packt das Fahrrad rein, setzt den Deckel drauf und zurrt ihn mit den Spanngurten (auf volle Länge einstellen) fest. Fertig!

 

Wichtiger Hinweis: die Box hat 4 leicht laufende Rollen, wovon 2 frei drehbar sind. Wenn man den Deckel auf die Box aufsetzt, unbedingt darauf achten, dass die Handschlaufe, mit der man die Box hinter sich her ziehen kann, auf der Seite mit den drehbaren Rollen ist. Sonst lässt sie sich nämlich nicht vernünftig lenken!

Mein Brompton ist relativ schwer (6-Gang Schaltung, Gepäckträger, ABUS Bordo Fahrradschloss), aber zusammen mit der Kiste wiegt dann alles 19,6 kg, was genau zu den bei vielen Fluggesellschaften maximal erlaubten 20 kg passt. 🙂
Die Masse der aufgebauten Kiste betragen übrigens 67 x 35 x 70 cm (B x T x H).

 

Transport auf dem Gepäckträger

Die zusammengelegte Box kann wunderbar auf dem Gepäckträger transportiert werden! Am Besten legt man sie quer auf den Gepäckträger und schiebt sie ziemlich weit nach hinten, damit man beim trampeln nicht mit der Ferse dagegen stösst. Wenn man sie weit genug nach hinten schiebt, rutschen die kleinen Rollen die beim Brompton am Gepäckträger sind, plötzlich in die Vertiefungen der foldon box und sichern sie so gegen verrutschen. Als wären sie dafür gemacht!

 

Die kleinen Räder passen genau in die Vertiefungen der Box.

Die kleinen Räder passen genau in die Vertiefungen der Box.

Mit zwei Spanngummis ist die Box dann ausreichend fixiert.

Ansonsten gibts nur Handgepäck

Auf einer Flugreise kann man normalerweise nur ein Gepäckstück aufgeben plus Handgepäck. Da das Brompton in seiner foldon box natürlich aufgegeben wird, muss ich für mein komplettes restliches Gepäck mit dem Handgepäck ausgekommen. Was ich aber überhaupt nicht schlimm finde, im Gegenteil, es zwingt mich dazu, keinen unnötigen Kram mitzuschleppen.

Da ausserdem beim Radeln der Gepäckträger von der zusammengelegten Box belegt ist, muss mein Handgepäck auch noch auf dem Rücken transportierbar sein. Irgendein Trolley kommt also nicht in Frage.

Dafür habe ich mir nun einen Rucksack zugelegt, der auch von vielen anderen digitalen Nomaden empfohlen wird, den Osprey Farpoint 40 Trekking Rucksack M/L in rot (gibt es alternativ auch  in grau oder in blau).

Seine entscheidende Vorteile:

  • Handgepäckmaße
  • Hauptfach lässt sich sehr weit öffnen (fast wie bei einem Koffer)
  • gutes Laptopfach
  • gutes Tragesystem (das man unter einer Abdeckung veschwinden lassen kann)
  • nicht zu teuer

 

 

Mit der Box unterwegs

Um sicherzugehen, dass das ganze Handling in der wirklichen Welt auch so funktioniert, wie man sich das vorstellt, machen wir vor einer richtigen Reise immer gerne mal einen Testlauf „im Labor“.

Ich habe daher meinen Rucksack wie für eine Reise gepackt und wir sind dann mit Brompton, foldon box und Rucksack mit der S-Bahn zum Flughafen Schönefeld gefahren. Dort haben wir die Box aufgebaut, das Rad eingepackt und sind ein wenig in der Abflughalle herum gelaufen. Die Box rollt übrigens wirklich sehr gut.

Dann ging es wieder nach Hause, wieder mit der S-Bahn, aber diesmal für den letzen Kilometer auch mit der kleinen Tram. Beim Rückweg haben wir das Brompton in der Box gelassen, was auch prima funktioniert hat.

Andrea hat das alles fotografiert und hier könnt ihr euch das ansehen:

 

 

Fazit

Mit der foldon box lässt sich ein Brompton bequem und absolut sicher im Flugzeug mitnehmen, wobei die Box den unschätzbaren Vorteil hat, dass man sie zusammenlegen und auf dem Gepäckträger transportieren kann. Der Hersteller B&W International gibt als unverbindliche Preisempfehlung 237,- € an.

 

 

 

11. September 2016 Ausrüstung, Brompton

Radfahren in Melbourne und ein Fahrradhelm für 3,50

In Melbourne macht Radfahren deutlich mehr Spaß als in Sydney. Es gibt häufig schöne Radwege, Fahrradampeln und die Autofahrer scheinen mehr an Radfahrer gewöhnt zu sein. Ausserdem geht es sehr viel weniger rauf und runter. 🙂

In Australien ist ein Fahrradhelm Pflicht, niemand käme hier auf die Idee, ohne zu fahren. So wie bei uns die Motorradfahrer.

Da ich keinen von zu Hause mitgebracht hatte, war ich auf der Suche nach einem günstigen Helm.

Es gibt hier überall so kleine „7Eleven“ Läden, deren Warenangebot ziemlich genau dem entspricht, was es bei uns an der Tanke gibt.

Und in ca. 20 von diesen 7Elevens in Melbourne kann man einen blauen Fahrradhelm für $5,- kaufen.
$5,- das sind 3,50€! Und der Helm ist absolut ok.

Ich vermute, dass diese Helme von der Stadt gesponsert werden. Die hat nämlich ein Bike-Sharing System aufgebaut, genauso blaue Fahrräder die man stunden- oder tageweise mieten kann.

Hier noch ein paar Eindrücke von Melbourne.

 

27. März 2015 Ausrüstung, Reisebericht