Planet Brompton

Mit dem Brompton als digitaler Nomade unterwegs

21. August 2014 Brompton

Brompton ist nicht gleich Brompton

Jedes Brompton ist anders, denn es gibt eine ganze Reihe von Dingen, aus denen man wählen kann, um sich sein ganz persönliches Rad zusammenzustellen.
Zu diesem Zweck gibt es auf der Webseite von Brompton einen Online Konfigurator.

Ich habe natürlich vorher das Web befragt, mir eigene Gedanken gemacht und mich dann noch mit Peter, meinem Fahrradhändler bei Zentralrad, beraten.

Hier möchte ich euch nun die Konfiguration meines Brompton vorstellen und dabei erklären, was ich mir dabei so alles gedacht habe.

Ich bin recht groß (1,93). Daher wollte ich auf jeden Fall die Teleskop-Sattelstütze.

Mit dieser Entscheidung wurde dann automatisch auch der passende Lenker festgelegt: da ich gerne recht aufrecht sitze, musste es der H-Typ sein, denn der reicht am weitesten nach oben.

Bei der Gangschaltung habe ich mich ohne lange zu überlegen für die 6-Gang Schaltung entschieden. Ich möchte mit meinem Brompton nämlich auch lange Fahrten mit Gepäck machen können und da brauche ich einfach ein paar mehr Gänge.

An dieser Stelle hat man im Konfigurator die Möglichkeit, das Übersetzungsverhältnis insgesamt noch ein wenig nach oben oder unten zu verschieben. Wenn man das tut, so wird im Werk ein anderes vorderes Ritzel montiert. Hier hab ich eine ganze Weile nachgedacht. Es gibt im Brompton Katalog auf Seite 10 eine Tabelle, die die Entfaltung der einzelnen Gänge aufführt. Die Entfaltung ist der Strecke, die das Fahrrad in dem jeweiligen Gang bei einer kompletten Umdrehung der Kurbel zurücklegt. Diese Werte habe ich mit denen meines grossen Rades verglichen. Und ich habe mich daran erinnert, wie es damals war, als ich mit Andrea auf unserer grossen 2-jährigen Radreise unterwegs war: wenn ich mal einen Gang vermisst habe, dann war es immer unten, bei den leichten Gängen. Niemals hatte mir oben ein Gang gefehlt.
Nach diesen Überlegungen habe ich mit dann entschieden, die Option Übersetzung -12% zu wählen.
Und ich weiss bereits jetzt, nach wenigen Tagen, dass diese Entscheidung die Richtige war. Denn wenn es steil bergauf geht, ist der erste Gang überhaupt nicht zu leicht 🙂

Schutzbleche und Gepäckträger (Version R) wollte ich beide haben. War klar, ich will ja mit dem Rad reisen und nicht nur Sonntags durch den Park radeln.

In diesem Zusammenhang gibt es noch eine weitere, wichtige Option, die weiter unten im Konfigurator unter „Transport“ gewählt werden kann und die mir Peter wärmstens empfohlen hat: die Eazy Wheels, in meinen Fall die Variante R, mit Gepäckträger. Wenn beim Brompton das Hinterrad unter den Rahmen gefaltet wurde, steht es auf den Rollen am Gepäckträger und man kann es herumschieben. Die Eazy Wheels sind grösser und besser als die Standardrollen, so dass das Rad sich viel besser schieben lassen soll.

Nun kommen wir zu den Farben. Das ist natürlich Geschmacksache. Zu sagen wäre, dass man zwei Farben wählen kann: eine für den Hauptrahmen und eine für Gabel & Hinterbau. Man kann für beides die gleich Farbe wählen oder zwei verschiedene. Ich hab im Internet eine Webseite gefunden, die einem sehr schön das Rad in der gewählten Farbkombination anzeigt, damit man es sich besser vorstellen kann.
Aber Obacht: es gibt nur 4 Standardfarben, für die man keinen Aufpreis zahlt: Schwarz, Orange, Kobalt-Blau und Weiß. Mir war das mit dem Aufpreis allerdings egal. Dafür sind mir Farben einfach zu wichtig, als dass ich, nur weil ich ein paar Euro sparen wollte, jahrelang ein Fahrrad ansehen muss, bei dem mir die Farbe nicht so richtig gefällt. Mein grosses Fahrrad ist gelb, und so wurde mein Brompton Desert-Sand und Yellow.
Ach ja, es gibt noch eine weiter Option für Gabel & Hinterbau: man kann hier auch den Superlight-Rahmen wählen, der dann teilweise aus Titanium gefertigt wird und so einen metallischen Look hat. Da fand ich allerdings den Aufpreis jenseits von Gut und Böse: man spart 740g an Gewicht, zahlt aber fast eben soviele Euros an Aufpreis dafür!

Ich hab mich für den Standardsattel entschieden. Zum einen, weil ich versuche, weitgehend Vegan zu leben und lieber auf einen Ledersattel verzichte. Aber zum anderen auch deshalb, weil Brompton seit kurzem 5 verschiedene bunten Sättel anbietet und es auch einen Gelben gibt, der natürlich herrlich zu meinen Farben passt. Peter hat sich gekümmert und konnte ihn mir ohne Aufpreis besorgen 🙂

Bei der Federung bin ich Peters Rat gefolgt und hab das härtere Federelement genommen. Ich bin wie gesagt gross und entsprechend schwer.

Bei den Reifen habe ich Schwalbe Marathon genommen. Ich fahre diese Reifen seit Jahren auf meinem grossen Rad und war immer sehr zufrieden. Hab auch kurz mit den Schwalbe Kojak geliebäugelt, weil die so „schnell“ sein sollen, aber Peter hat abgeraten: die haben überhaupt kein Profil und bei dem was ich vorhabe, wäre das völlig unpassend.

Da mir eine gute Beleuchtung wichtig ist (die ich immer anlassen kann), hab mich für den Shimano Naben-Dynamo entschieden. Es gibt auch die Möglichkeit den SON Naben-Dynamo zu wählen, klar, das sind die Besten (ich hab einen an meinem grossen Rad), aber hier kommt mir der Aufpreis lächerlich übertrieben vor: so teuer sind die Dinger nämlich auch wieder nicht.

So, jetzt wisst ihr Bescheid was man so alles an einem Brompton konfigurieren kann.
Ich hoffe, ich konnte ein paar für euch nützliche Überlegungen beisteuern, solltet ihr einmal in eine ähnliche Lage geraten 😉

Klaus

Teile diesen Artikel mit Deinen Freunden:... Share on Facebook
Facebook
Share on Google+
Google+
Email this to someone
email

7 to “Brompton ist nicht gleich Brompton”

  1. Elmar sagt...

    Coole Sache! Was hat dich das Teil gekostet?

    • k.breuer sagt...

      Hi Elmar,

      1.786,- (inkl. Transporttasche)

      In der einfachsten Ausführung kann man aber auch schon eins für gut 1.000,- bekommen…

  2. Nicole sagt...

    Hi,
    toller Bericht! Wir werden uns am Samstag unser Brompton beim Händler konfigurieren. Die Sache mit den Gängen ist tatsächlich eine Überlegung wert. Danke für diese Anregung. 🙂 Viele Grüße
    Nicole

    • k.breuer sagt...

      Hallo Nicole,

      freut mich 🙂

      Und viel Spaß beim Brompton Händler 😉

      lg
      Klaus

  3. Walter aus Wien sagt...

    Lieber Klaus,

    Danke für Deinen ausführlichen Bericht, der mir bei meiner Kaufentscheidung sehr geholfen hat. Hab mich auch für die sechs-Gang Variante -12 entschieden, und bin auch der Meinung dass die Son-Lichtanlage unverschämt teuer ist – bei meinem Patria Terra Reiserad löhnte ich für die Son und BM Lichtanlage beinahe die Hälfte.

    Eine Frage noch zu Deiner Wahl der Reifen – sind die Schwalbe Reifen auch so schmalspurig bzw. dünn wie die original Brompton Reifen?

    LG Walter

    • k.breuer sagt...

      Lieber Walter,

      ich kenne die originalen Brompton Reifen leider nicht, aber die Schwalbe Reifen sind auf jeden Fall sehr schmal.
      Beim Fahren auf Kopfsteinpflaster gibt das manchmal eine Schrecksekunde, wenn die Abstände zwischen den Steinen gross sind und der Reifen da hinein gerät…

      lg
      Klaus

      • Walter sagt...

        Lieber Klaus,

        besten Dank für Deine Antwort – vom Mountainbike und Reiserad bin ich breite Reifen gewöhnt und muss mich daher noch auf die Schmalspurversion von Brompton umgewöhnen – Kopfsteinpflaster und unebenes Terrain werd‘ ich eher meiden bzw. mit Vorsicht genießen.

        LG Walter

Schreibe einen Kommentar...